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Wer zum ersten Mal vor einem Infrarotpaneel steht, ist oft enttäuscht, weil man keine glühende Spirale sieht und keine heiße Luft spürt. Das Paneel ist einfach nur warm. Trotzdem wird der ganze Raum in kurzer Zeit behaglich warm. Um zu verstehen, wie das funktioniert, muss man die drei Schritte kennen, die aus elektrischem Strom echte Sonnenwärme machen. Diese Schritte erklären auch, warum die Heizung so sparsam und gesund ist.
Schritt eins: Die Umwandlung von Strom in Infrarotstrahlung
Alles beginnt mit der Heizschicht im Inneren des Paneels. Bei den besten Herstellern besteht diese Schicht aus tausenden hauchdünnen Carbonfasern, die wie ein enges Netz verwoben sind. Dieses Netz hat einen extrem hohen elektrischen Widerstand. Wenn Strom hindurchfließt, wird fast hundert Prozent der elektrischen Energie direkt in elektromagnetische Wellen umgewandelt. Man spricht von einem Wirkungsgrad von über neunundneunzig Prozent. Es gibt also keine Abgase, keinen Lärm und keine beweglichen Teile, die verschleißen können. Die erzeugte Strahlung liegt im Bereich der fernen Infrarotstrahlung, genauer gesagt im IR-C Bereich zwischen acht und fünfzehn Mikrometern. Dieser Bereich ist für den Menschen besonders wichtig, weil unser eigener Körper in genau diesem Bereich ebenfalls Strahlung abgibt und aufnimmt. Deshalb empfinden wir diese Wärme als besonders natürlich und nicht als aggressiv wie die Strahlung eines offenen Heizstrahlers im Bad.

Schritt zwei: Die gleichmäßige Verteilung im Raum
Der zweite Schritt ist die Verteilung. Ein Infrarotstrahl breitet sich geradlinig aus, genau wie Licht. Er geht so lange geradeaus, bis er auf ein Hindernis trifft. Deshalb ist die Positionierung des Paneels so entscheidend. Ideal ist die Montage an der Decke, weil von dort aus die Strahlung den gesamten Raum ohne Schatten erreichen kann, ähnlich wie die Sonne im Sommer. Wenn Sie das Paneel an der Wand montieren, sollten Sie darauf achten, dass keine großen Möbelstücke wie ein hoher Schrank direkt davor stehen, weil diese einen Schatten werfen würden. Hinter dem Schrank wäre es dann kalt. Gute Paneele haben einen Abstrahlwinkel von etwa einhundertsechzig Grad, sodass sie fast den halben Raum erfassen. Die Intensität der Strahlung nimmt mit der Entfernung ab, deshalb gilt die Regel, dass ein Paneel mit sechshundert Watt etwa acht bis zehn Quadratmeter optimal versorgen kann, bevor die Strahlung zu schwach wird.
Schritt drei: Die Absorption und Speicherung in den Wänden
Der dritte und wichtigste Schritt passiert nicht im Paneel, sondern in Ihrem Haus. Wenn die Infrarotstrahlen auf eine feste Oberfläche treffen, werden sie absorbiert und in Wärme umgewandelt. Die Oberfläche erwärmt sich um wenige Grad. Zuerst sind es die Wände und der Boden, dann die Möbel und schließlich auch Ihre Haut und Ihre Kleidung. Sie spüren die Wärme also direkt auf der Haut, ohne dass die Luft dazwischen warm sein muss. Das ist der Grund, warum Sie sich in einem mit Infrarot beheizten Haus schon bei einer Lufttemperatur von neunzehn Grad pudelwohl fühlen, während Sie bei einer Gasheizung mindestens zweiundzwanzig Grad brauchen, um dasselbe Gefühl zu haben. Jedes Grad weniger Lufttemperatur spart etwa sieben Prozent Heizkosten. Allein dadurch sparen Sie also über zwanzig Prozent Energie, ohne zu frieren.
Warum das Raumklima so viel gesünder ist
Weil die Luft nicht aktiv umgewälzt wird, gibt es keine Staubaufwirbelung. Das ist ein riesiger Vorteil für Allergiker und Asthmatiker, die bei normalen Heizungen morgens oft mit verstopfter Nase aufwachen. Außerdem trocknet die Luft nicht aus, weil sie nicht überhitzt wird. Die relative Luftfeuchtigkeit bleibt bei angenehmen fünfzig bis fünfundfünfzig Prozent, was gut für Ihre Haut, Ihre Atemwege und Ihre Holzmöbel ist. Die Wände bleiben immer zwei bis drei Grad wärmer als die Luft, sodass niemals Kondenswasser entstehen kann. Damit haben Schimmelpilze keine Chance mehr. Sie verstehen also, ein Infrarotpaneel ist nicht einfach nur ein Heizgerät, sondern ein System, das die Physik Ihres gesamten Hauses verändert und es von einer kalten Hülle in einen warmen, speichernden Körper verwandelt, der Sie mit milder Strahlungswärme umgibt.






